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JAN JELINEK (Scape Music/Berlin, Germany)

Vom Jazz bleibt die Textur: Jan Jelineks <Loop-Finding>

Wenn der Berliner Produzent Jan Jelinek sein aktuelles Album "loop-finding-jazz-records" nennt, dann steckt hinter dem Begriff "Jazz" mehr als die übliche Geste der Ernsthaftigkeit. Jelinek hat ein neuartiges Verfahren der Klangproduktion entwickelt: Das "Loop-Finding" lässt die digitalen Maschinen improvisieren.

Jan Jelinek hat am 20. April 2001 seine Tour durch zehn europäische Städte in Stuttgart gestartet (Stuttgart, München, Düsseldorf, Köln, Utrecht (NL), Berlin, Bern (CH), Zürich).

Am 24. Mai ist er zu Gast im ECHO CLUB in der Berner Dampfzentrale und zwei Tage später im Rohstofflager in Zürich.

Ein Bericht von Aram Lintzel, Frankfurter Allgemeine Zeitung (faz.net), 20.04.2001

Piratensender-Projekt deathdiscoclub

PIRATENSENDER Brechts Radio-Theorie im Remix

Aram Lintzel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.02.2001

Interview with Jan Jelinek by John Rickman
Jan Jelinek, a.k.a. Farben (Klang), a.k.a. Gramm (Source) has released one of 2001's best electronic full-lengths

JAN JELINEK House ...vielleicht später Thaddeus Herrmann, De-Bug 44

Als Farben und Gramm hat sich Jan Jelinek unverrückbar in den Schmuckschatullen aller Knispeltechno-mit-Groove-Liebhaber festgesetzt.

JAN JELINEK Scanning the Wavs Christoph Büscher, intro.de, 24.02.2001

REVIEWS TENDENCY EP ~scape 006

Thaddi, De-Bug, 15.11.2000

Nach seinem Beitrag für die Staedtizism-Compilation veröffentlicht Jelinek drei weitere Episoden seines magischen Clicks-Dub auf Stefan Betkes Label. Sowohl der Titelsong als auch "Poren" bleiben ganz klar in den Klangmustern, die man von ihm auch bei Farben bzw. Gramm gewohnt war, addieren hier aber als zusätzliches Erkennungsmerkmal greifbare Jazzharmonien und schieben sich damit auf eine emotional intensivere Basis. Und da ihm das offensichtlich ganz gut ins Konzept gepasst hat, lassen sich vergleichbar melodische Ansätze ebenso bei "Silikon" oder "Beautone" von der fünften Farben-EP finden. Auch wenn hier die Clicks noch weiter im Vordergrund stehen, setzen doch der Titelsong und "ff" einen interessanten Kontrapunkt mit ziemlich funkig-discoider Dezenz und auf einmal fängt das sogar an zu rocken. Wer hätte das gedacht! groove.de

REVIEWS loop-finding-jazz-records ~scape 007

Kerstin, De-Bug, 06.02.2001

Christoph Büscher, intro.de, 09.02.2001

Er ist Farben, er ist Gramm und jetzt er selbst: Jan Jelinek. Seine Hyperkomplexität mit flockigem Funk-Swing brachte ihm bereits den Vergleich mit Vladislav Delay ein, den er selber aber gar nicht so nachvollziehen kann. Denn auch wenn seine neue Platte auf Scape erscheint, spielt Dub für ihn zwar auch eine Rolle, aber eher eine atmosphärische und nicht als Arbeitsmasse. Wichtig war ihm bisher eher das digitale Morphen von Soul in konkret trockener Abstraktness. Und zwar so, dass sich das entsprechende Roy Ayers-Sample eher verflüchtigte, als dass es auf einem anderen Level als Mutation wieder hörbar gemacht wurde. Jan Jelinek ist weniger an der Materie selbst als vielmehr an deren Seele interessiert. The spirit of soul. Und jetzt: Das Ertasten der Molekülstruktur von Jazz. Oder besser: Des Karmas von Jazz. Wobei auf der Platte eher dieses Fühlen transparent gemacht wird als der Jazz selbst. Und daraus ergeben sich Clicks und Klangpartikel, die nicht bloss vor sich hinglitschen, sondern sich zu jazzstrukturellen Miniaturkörpern verdichten, die immer wieder zum schwerelosen Tanzen motiviert werden. Wie Schneeflocken vor dem Fenster. Wie kaum eine andere Minimal-Technosomething-Platte in der letzten Zeit hat mich "Loop-Finding-Jazz-Records" vom ersten Augenblick an schlichtweg tief berührt. Trotz der fehlenden Dub-Wärme, von der man bei Pole wie ein Pavlowscher Hund sofort ans Kaminfeuer geladen wird, strahlt sie so etwas wie intime Herzlichkeit aus. Sie kehrt das Prinzip des Zerlegens, wie man es gemein hin mit Clicks&Cuts verbindet, schlichtweg um. Sie trennt nicht, sondern setzt wieder zusammen. Und verwendet dazu nicht den Tacker, sondern Bienenwachs. So wirken auf eine geheimnisvolle Weise einige der Tracks geradezu deep, breiten sich vor einem bereitwillig aus und legen ihre eigene Feinnervigkeit so catchy dar, dass man jeden einzelnen davon mit einem Lächeln umarmen möchte. Und plötzlich hat man mit einem Track wie "Tendency" sogar einen Hit zur Hand, dem die coole Unbeschwertheit aus den Nasenlöchern wächst. Einen? Ich untertreibe natürlich. Andreas Hartmann, spex.de

Dass "Personal Rock" von Gramm eine der ganz grossen Platten im weiten Feld der Electronika ist, darüber besteht kein Zweifel. Jan Jelinek schafft das Unmögliche und bringt mit den gleichen abstrakten Mitteln, die jeder Clicks-, Cuts- und Glitsch-Frickler benutzt, eine nicht für möglich gehaltene Wärme und Seele in diese Musik, die auch Nicht-Freunde des nerdigen Gefrickels überzeugt. Dass jenes Album nun aus Soul-Samples konstruiert wurde (Supremes? Percy Sledge? Curtis Mayfield? Mary J. Blige? oder was?) und Jelineks neues aus Jazz der 60er und 70er (Cecil Taylor? Modern Jazz Quartet? Jaco Pastorius? John Mc Laughlin?) - nun, ich höre es nicht. Wahrscheinlich auch sonst niemand, abgeschrieben aus dem Waschzettel wird es trotzdem fleissig. Aus dem ich zur Abwechslung mal zitieren will: "Und das Konzept als Überbau hat man vor begeisterter Hörverblüffung gleich wieder vergessen." Ein in seiner Seltsamkeit (Konzept als Überbau?) wahrer Satz. Da das mutmasslich verwendete Material ohnehin in eine organisch wirkende Sukzession aus weichen Flächen, sanft pulsierenden Bässen, seltsam rhythmisiertem Klackern, Knistern, Knacken und Rauschen aufgelöst wird, hat es keine Bedeutung. Man fragt sich nur, wie er das macht, dass diese aus den abstraktesten Sounds zusammengesetzte Musik einem wie die wärmste und flauschigste jemals gehörte vorkommt. groove.de